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Helmbrechts - So mancher Besucher des Ostergottesdienstes in der Johanniskirche in Helmbrechts wird staunen: Ihm präsentieren sich Johannes der Täufer, Kaiphas, Petrus, Judas, Maria Magdalena, der Jünger Johannes und der Hauptmann vom Kreuz in Form von Reliefs, die erst auf den zweiten Blick hin erkennen lassen, dass sie nicht aus Stein, sondern aus Styropor gearbeitet sind. Spielend leicht lassen sich dieses Schwergewichte der biblischen Geschichte heben, versetzen und von allen Seiten betrachten. Und genau das haben in den letzten sieben Wochen Männer und Frauen, Jugendliche und Senioren getan, wenn sie sich am Mittwochabend in der Kirche zusammenfanden.
"Es geht darum, sich mit den Personen, die bei der Passion eine besondere Rolle spielen, auseinanderzusetzen", erklärt Diakon Robert Kathmann, Schöpfer der Reliefs. Die Idee sei geboren worden, als man überlegte, was man anstelle der Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" den Gemeindemitgliedern anbieten könne. Kathmann, handwerklich und künstlerisch begabt, fiel die Rolle des Schnitzers zu. "Ich habe schon immer gern mit Styropor gearbeitet", sagt er. "Das Material ist wunderbar leicht, wenn auch nicht ganz so leicht zu bearbeiten."
Unterschiedliche Symbole
In verschiedenen Schichten hat er die Figuren aus dem porösen Material herausgearbeitet und ihren Symbolgehalt durch markante Schnitte deutlich gemacht. Johannes der Täufer trägt Schriftrollen und eine Fußkette. Kaiphas zerreißt sein Kleid. Petrus ist mit Hahn und Schwert dargestellt, Judas mit weggeworfenem Beutel und Strick. Maria Magdalena werden Salben und Binden beigefügt - schließlich gehörte sie zu jenen, die Jesu Leichnam fürs Grab herrichteten, ebenso wie der Jünger Johannes, der mit Tuch und Dornenkranz erscheint. Der Hauptmann vom Kreuz hat all seine Abzeichen niedergelegt.
Was bewegte Kathmann, seine Figuren gerade so und nicht anders darzustellen? "Ich habe mich jeweils eine Woche lang innerlich mit der jeweiligen Person beschäftigt, auch mit ihrer Historie", erläutert der Diakon. "Am Dienstag wurde geschnitzt, und da floss dann alles mit ein." Am Mittwochabend stellte er die neue Figur dann dem Kreis von jeweils etwa 30 Besuchern vor.
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